Nicolas Sarkozy hat einen Konkurrenten weniger. Der Chef des Weltwirtschaftsfonds Dominique Strauss-Kahn wird der Vergewaltigung beschuldigt. In Frankreich wird schon eine Intrige vermutet. Wie sehen Sie das?
Eine Intrige ist absurd. Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich weiß nur, dass das schrecklich für diese Frau ist, wenn sie sexuell missbraucht oder vergewaltigt wurde. Sie ist das Opfer. Es ist aber auch schrecklich für Strauss-Kahn und seiner Familie. Aber die Wahrheit kennen nur die beiden.
Immerhin lernen die Amerikaner jetzt mal etwas über Frankreich zum Beispiel, dass man dort die Angeklagten auf dem Weg zum Richter nicht filmen darf und über den kommenden Präsidentschaftswahlkampf. Das ist doch schon mal was?
Der Präsidentschaftswahlkampf für Strauss-Kahn ist vorbei. Der Zug ist abgefahren. Jetzt ist er nur noch ein Angeklagter.
Eine Debatte ist entbrannt, welcher Nationalität der neue Chef entspringen soll. Wenn Sie einen neuen Chef des Weltwirtschaftsfonds formen dürften, wie sähe er aus?
Ich würde versuchen, jemanden in Afrika zu finden. Es muss jemand aus einem armen Land sein, der die Notwendigkeit einer Neureglung der Weltwirtschaft erkennt.
Warum kein Europäer?
Ein Afrikaner wäre einfach historisch richtig.
Bundeskanzler Angela Merkel prangert die Südeuropäer an. Sind sie tatsächlich an ihrer Lage selbst Schuld, weil sie zu viel Urlaub machen?
Frau Merkel müsste manchmal vorher überlegen, was sie da sagt. Diese Vorurteile klangen wie der Leitartikel der Bild-Zeitung. Auf so ein Stammtisch-Niveau sollte sich eine Bundeskanzlerin nicht herablassen. Die Südeuropäer haben viele Probleme, aber das liegt nicht daran, dass sie nicht arbeiten. Diese arrogante Überlegenheit der deutschen Bundeskanzlerin ist katastrophal.
Guttenbergs Nachfolger kritisiert den einstigen Doktor. Dabei hat der doch die Aussetzung der Wehrpflicht in der CDU/CSU durchgesetzt. Sagen Sie ihm Danke?
Ich sage ihm gar nichts. Aber es ist schon interessant, dass Thomas de Maizière bestätigt, was für ein Luftikus der einstige Verteidigungsminister war.
Ihr Freund Joschka Fischer kommt gerade mit einem Dokumentarfilm ganz groß raus. Wann gibt’s endlich „Dany und Herr Cohn-Bendit“ zu sehen?
Nie, einfach nie.
Warum?
Ich habe nicht das Bedürfnis danach. Vielleicht gibt es irgendwann mal einen Film „Dany und die Weltmeisterschaft“ oder so. Aber wie gesagt: Nur vielleicht.
Sie wohnen im Nordend. Die freitägliche Party auf dem Friedberger Platz wurde auf mittwochs verlegt. Bedauern Sie das?
Freitags bin ich nie da. In der Hinsicht bin ich wahrscheinlich ganz schlau. Für freitags wünsche ich mir nachmittags ein Kinderfest.
Kommen wir zur Eintracht: Dringend wir ein neuer Trainer gesucht. Lothar Matthäus hat abgesagt. Wer wäre Ihr Favorit?
Keine Ahnung. Ich blicke da nicht mehr durch. Die Eintracht braucht eine junge Mannschaft und einen jungen Trainer, der wiederum gemeinsam mit dem Sportdirektor die Mannschaft aus ihrer behäbigen Routine herausreißen muss. Zum Glück wurde Lothar Matthäus erst gar nicht gefragt. Ich habe nämlich eher den Eindruck, dass er für etwas abgesagt hat, wo ihm gar keine Frage gestellt wurde.
Die Verhandlungen, wer bleibt oder geht, haben begonnen. Welche Spieler würden Sie abschießen?
Alle Spieler, die jahrelang verletzt waren. Der Verschleiß ist einfach zu groß und die verletzten Spieler kommen nicht so schnell wieder. Das ist traurig für Ioannis Amanatidis und Chris. Aber es müssen auch junge Spieler rekrutiert werden. Denn ein Wiederaufstieg birgt die Gefahr, dass alle alten Spieler behalten werden. Das ist aber nicht die Zukunft.
Die Fragen stellte Julia Lorenz