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"So kann der Horror funktioniert haben"

Daniel Cohn-Bendit über Jonathan Littell's Roman "Die Wohlgesinnten"

Am Rande der einzigen Lesung in Deutschland im Berliner Ensemble kommentiert Daniel Cohn-Bendit die 1400 Seiten lange fiktive Täterbiographie eines reuelosen SS-Mannes.  "Die Wohlgesinnten" löst unter Kritikern einen regelrechten Kulturkampf aus- unterschiedlicher könnten die Meinungen nicht sein. Das Buch ist faszinierend - geschichtliche Tatsachen werden literarisch umgesetzt. Der Leser wird im Horror mitgerissen.

Daniel Cohn-Bendit im Gespräch mit Jonathan Littell

28. Februar 2008

Bei seiner einzigen Lesung in Deutschland spricht Jonathan Littell im Berliner Ensemble über sein umstrittenes Buch "Die Wohlgesinnten". Die 1400 Seiten lange fiktive Täterbiographie eines reuelosen SS-Mannes hat erhitzte Debatten ausgelöst. Daniel Cohn-Bendit diskutiert mit dem Autor über die Gefühle beim Schreiben, die Bedeutung des Romans in Deutschland und menschliche Triebe.

(Photo-Copyrights: Monika Rittershaus / Berliner Ensemble)

Kandidatur im Europawahlkampf 2009

25. Oktober 2007
Laut eines "Spiegel"-Artikels möchten linke "Spitzengrüne" Dany's Kandidatur im Europawahlkampf verhindern. Jeder ist natürlich ersetzbar, nur stellt sich allerdings die Frage, welche Symbolfigur den europäischen Grünen Wahlkampf anführen könnte. Die nächsten Europawahlen werden richtungweisend sein. Deshalb: als Spitzenkandidat im Europawahlkampf - jetzt erst recht!


Fataler symbolischer Beschluss des Grünen Parteitages

Blog aus dem Europäischen Parlament in Brüssel

24. September 2007
Ein Beschluss, wie der des Sonderparteitags der Grünen zum Afghanistaneinsatz, der gleichzeitig den Abzug der Soldaten und den fortdauernden Schutz der afghanischen Bevölkerung fordert, kann nur symbolischer Natur sein. 
Es ist ein Versuch der Grünen in Fragen von Krieg und Frieden wieder zu der Position zurückzukehren, die sie vor der Regierungsbeteiligung inne hatten und ist damit eine Abrechnung mit der rot-grünen Politik.

Fataler symbolischer Beschluss des Grünen Parteitages

Afghanistan braucht militärischen Einsatz zum Schutz des Wiederaufbaus!

Blog aus dem Europäischen Parlament in Strassburg

05. September 2007


Rund sechs Jahre nach dem Beginn des von der UNO beschlossenen ISAF-Mandats ist die Sicherheitslage in Afghanistan noch immer problematisch. Ohne Zweifel hat es auch Rückschläge gegeben, doch an der Notwendigkeit des Einsatzes hat sich dadurch nichts geändert.

Tornadoaufklärungseinsätze zur Unterstützung der ISAF-Mission können durchaus sinnvoll sein. Um den Wiederaufbau voranzutreiben und die Lebensbedingungen der Afghanen zu verbessern, sollten sich Deutschland und Europa auch weiterhin politisch und finanziell engagieren.

Ein deutsch-französischer Sitz im Sicherheitsrat der UNO

Blog aus dem Europäischen Parlament in Brüssel

04. Juli 2007
Frankreich hat jetzt einen starken Staatspräsidenten und Deutschland eine starke Kanzlerin. Es wäre also wieder mal an der Zeit ein altes Thema aufzugreifen : Eine Alternative zum europäischen Sitz im Sicherheitsrat der UNO wäre eine gemeinsamer deutsch-französischen Sitz. Dies würde zu einer unglaublichen Dynamisierung der europäischen Aussenpolitik führen...

"We want our rights back!"

Blog Video aus dem europäischen Parlament in Brüssel

27. Juni 2007
Halleluia sagen die einen : wir haben einen neuen Vertrag ! Halleluia sagen die anderen : wir haben den supranationalen Staat vermieden ! Der Reformvertrag, der nach einem chaotischen EU-Gipfel von den 27 Mitgliedstaaten angenommen worden ist, ist kein eindeutiger Erfolg. Dass die Grundrechtcharta nicht für alle gelten soll - zum Beispiel nicht für Grossbritanien - ist kaum nachvollziehbar : entweder ist man in der Europäischen Union - und in diesem Fall muss man ohne wenn und aber die Grundrechtcharta annehmen - oder es wird eine privilegierte Partnerschaft angeboten.
Für diejenigen, die etwas Gutes in den Ferien lesen wollen, empfehle ich die beste europäische Kulturzeitschrift "Lettre Internationale"

Europäischer Gipfel

Blog Video aus dem europäischen Parlament in Strassburg

20. Juni 2007

Einige Stunden vor dem Beginn des europäischen Gipfels erleben wir eine Renationalisierung der europäischen Debatte. Jeder Staat versucht seine eigenen Interessen zu verteidigen und keiner sucht nach gemeinsamen Positionen. In dieser Situation scheint es schwierig, Kompromisse zu finden. Wir Grünen im europäischen Parlament finden den neuen Minivertrag für eine europäische Verfassung zwiespältig: einerseits würde er natürlich einen Fortschritt gegenüber dem Vertrag von Nizza bedeuten; andererseits aber ist er auch ein Rückschritt angesichts des vor zwei Jahren gescheiterten Vertrages. Vor allem bedauere ich, dass die Öffentlichkeit aus der Debatte ausgeschlossen bleibt und dass die Geheimdiplomatie so viel Macht in der Entstehung dieses neuen Vorschlages hat. Wir brauchen mehr als je zuvor eine breitere europäische Öffentlichkeit und eine richtige Demokratisierung der Debatte.

 

Dany Cohn-Bendit interviewt Dan Diner

12. Juni 2007
Der Historiker und Politologe Prof. Dan Diner gibt Dany Cohn-Bendit in einem kurzen Interview Lösungsansätze zum Israel-Palestina Konflikt.
Dan Diner macht sich für die "Re-Arabisierung" des Konfliktes stark: Länder wie Syrien oder Libanon sollten stärker einbezogen werden und an dem Friedensprozess ernsthaft teilnehmen. Auch die Europäer müssten endlich handeln: da die EU immer noch keine gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik hat, schlägt Dan Diner vor, dass ein Quartett europäischer Länder - Frankreich, Deutschland, Italien und Gross Britanien - sich aktiv in den Friedensprozess einmischt.

Wir haben es immer gewusst.... Doping-Geständnisse eines Rennradfahrers

Blog aus dem Europäischen Parlament in Straßburg

Eigentlich war es schon immer klar, dass sich Rennradfahrer in den 90ern gedopt haben. Offensichtlich hat niemand aus dieser Sparte eine weiße Weste: Funktionäre, Ärzte, Sportler - alle haben mitgemacht! Jetzt müssen wir aufpassen, dass nicht die neue Generation der Radfahrer, sowohl die Profis als auch die Amateure in diesen Doping-Strudel geraten. Es wäre eine Überlegung wert die Tour de France für ein Jahr aufs Eis zu legen, um Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann.

Für diejenigen, die sich nicht für den Sport interessieren habe ich einen Buch-Tip: "Over to you Mr Brown" von Anthony Giddens.

Bernard Kouchner, Auβenminister !?

Video-Blog aus dem europäischen Parlament in Brüssel

Es wäre schon komisch, wenn der Sozialdemokrat Bernard Kouchner - ein Freund, mit dem ich ein Buch geschrieben habe - Auβenminister einer konservativen Regierung werden würde. Es gibt Schnittmengen zwischen Kouchner und Sarkozy: beide sind überzeugte Transatlantiker. Die Differenzen jedoch überwiegen: Könnte der Sozialdemokrat Kouchner, wie von Sarkozy gewünscht, sich dem EU-Beitritt der Türkei entgegenstellen? Wird Kouchner eigenständige Aussenpolitik machen können oder wird er Sarkozys Erfüllungsgehilfe? Ich auf jeden Fall wünsche ihm viel Erfolg und warne ihn gleichzeitig davor Fehler zu begehen!

 

Die entscheidende Rolle der Demographie

Video-Blog aus dem europäischen Parlament in Brüssel

09. Mai 2007
Eine entscheidende demographische Entwicklung ist nach den Wahlen in Frankreich zu beobachten: Zwar hat Nicolas Sarkozy insgesamt die meisten Stimmen bekommen, aber Ségolène Royal hat am meisten bei den Jungen Leuten zwischen 18 und 24 und in der Altersgruppe zwischen 45 und 60 gepunktet. Bei den Wählern über 60 Jahre hat Sarkozy eine beeindruckende Mehrheit. Interessant dabei ist, dass im Wahlkampf das Thema Zukunft und Arbeitsplätze in der Gesellschaft eine wichtige Rolle gespielt hat. Nun müssen wir feststellen, dass die Leute, die entschieden haben, diejenigen sind, die sich mehr Stabilität wünschen und die nicht mehr arbeiten...
Angesichts des Bedürfnisses nach Reformen innerhalb der französischen Linken, möchte ich Euch heute die Nummer 32 der europäischen Revue "Transit" empfehlen, die sich unter anderem mit dem Thema der notwendigen Reformen des Sozialsystems beschäftigt.

Sarkozys Albtraum

Video-Blog aus dem europäischen Parlament Brüssel

Die letzten Tage der Wahlkampagne in Frankreich werden immer wahnsinniger. Man weiss jetzt, welche Albträume Sarkozy plagen: Mai 68. Mai 68 sei, so Sarkozy, für alles schuld: Zynismus, Amoral, Wahnsinn. Für Sarkozy ist Mai 68  intellektueller und moralischer Relativismus, der die Autorität des Staates und die Idee der Bürger schwächt. Nun darf man sich fragen, warum Sarkozy auf dieser Ebene spielt? Die Antwort ist klar: er mobilisiert die Angst der damaligen Bourgeoisie und will sie heute neu erwecken, um die Wahl zu gewinnen.

Den Leseratten empfehle ich das Buch vom Ökonomen Amartya Sen "Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt - Identitätfalle".

Die Wahl in Frankreich ist noch nicht entschieden

Videoblog aus dem Europäischen Parlament in Strasbourg

Alle, die am Sonntag Abend geglaubt haben, die Wahl sei entschieden, werden sich hoffentlich getäuscht haben.... Was gerade in Frankreich läuft, ist unglaublich spannend: Ségolène Royal - angesichts der Ergebnisse und des riesen Stimmenzuwachses des Zentrums - ist gezwungen, die Orientierung der sozialistischen Partei weg von einer links-traditionalistischen Orientierung hin zu einer modernen Öffnung hinzukriegen. Dabei geht es darum, die sozialistische Partei sowohl in Richtung der Grünen als auch in Richtung des Zentrums zu öffnen. Die Franzosen wollen nicht mehr von diesem traditionellen links-rechts-Schema und bringen Frankreich in Bewegung. Noch ist Nicolas Sarkozy der Favorit; doch hat Ségolène Royal eine reelle Chance, weil sie mit sich eine neue Hoffnung trägt.

 Bild: Reuters / Jean-Paul Pelissier

Frankreich hat gewählt!

23. April 2007

Frankreich hat gewählt!

Videoblog aus dem Europäischen Parlament in Strasbourg

Ségolène Royal und Nicolas Sarkozy sind wie erwartet in der Endrunde.

Um Nicolas Sarkozy aufzuholen muss Ségolène Royal in der Mitte punkten. Die Sozialistin darf keinen plakativen rechts - links Wahlkampf führen, sondern muss auf den Wunsch vieler Franzosen eingehen eine Politik jenseits der traditionellen Blöcke zu verwirklichen.

Frankreich hat gewählt!

Präsidentschaftswahl in Frankreich

Video-Blog aus dem Europäischen Parlament in Brüssel

18. April 2007

Besonders bemerkenswert in diesem Wahlkampf ist Frankreichs Unfähigkeit sich mit europäischen Themen konkret auseinanderzusetzen. Während das Thema der nationalen Identität im Laufe der letzten Wochen immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, wurde viel zu wenig über Europa gesprochen.

Meine Prognose für den ersten Wahlgang....

 

Präsidentschaftswahl in Frankreich

"Die Berliner Erklärung bringt uns nicht weiter"

Video-Blog aus dem Europäischen Parlament in Brüssel

Das Kind ist geboren: Die Berliner Erklärung ist ein Text geworden, der wohl klingt und niemandem wehtut. Die beste Beschreibung hat wohl der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Junker gegeben, der sagte "Die Erklärung verhindert nichts!" Das ist wahr: Die Erklärung verhindert zumindest nichts! Aber sie bringt Sie uns auch nicht weiter.
Das Problem ist und bleibt, dass die Regierungschefs sich nicht einig sind und ich bezweifle, dass Geheimdiplomatie der Weg aus der Krise ist. Geärgert habe ich mich auch über die Intervention des Papstes. Warum macht der Papst Politik? Die Werte der Union brauchen keinen Gottesbezug, sie brauchen bloß den Bezug zu den Menschenrechten.

"Die Berliner Erklärung bringt uns nicht weiter"

"Wir müssen zu Reformen kommen"

Video-Blog aus dem Europäischen Parlament in Brüssel

22. März 2007

50 Jahre Europa. Die Bundesregierung befindet sich in Feierlaune, ich bin jetzt schon in Katerstimmung. Einerseits ist Europa natürlich eine Erfolgsstory. Wir haben einen Friedensraum geschaffen, ein Europa, in dem die Menschen besser leben. Aber wir können noch lange nicht zufrieden sein. An der Debatte um die Berliner Erklärung können wir sehen: Was bis jetzt diskutiert wird, reicht bei weitem nicht aus, um die Krise zu beenden.

 

50 Jahre Europa "Wir müssen zu Reformen kommen"

"Europa muss handeln in Darfur!"

Video-Blog aus dem Europäischen Parlament in Strassburg

14. März 2007

Seit einigen Jahren sind wir Europäer Zeugen eines Völkermordes in Afrika. Hunderttausende Menschen wurden in Darfur bereits hingerichtet und das Morden geht weiter. Wir müssen handeln und wenigstens Nahrung und Medikamente in militärisch geschützten Konvois dorthin bringen. Nur so können wir zeigen, dass wir es ernst meinen mit den Menschenrechten. Für diejenigen, die nicht nur schlechte Gedanken haben wollen, empfehle ich den wunderbaren, dänischen Film "Nach der Hochzeit".

 

"Europa muss handeln in Darfur!"

"Die Bundesregierung flieht vor ihrer Verantwortung"

Video-Blog aus dem Europäischen Parlament in Brüssel

06. März 2007

Mein Thema in dieser Woche ist die Flucht: Die Bundesregierung flieht vor ihrer Verantwortung. Noch immer gibt es keine klare Position zum geplanten Raketenabwehrsystem der Amerikaner. Dabei sind mit Polen und Tschechien zwei europäische Länder betroffen. Auch zur Frage der Verfassung gibt es nicht genug Aktion. Natürlich sind die Widerstände stark, aber wir brauchen eine öffentliche Debatte.

"Der deutschen Präsidentschaft fehlt eine klare Initiative"

Video-Blog aus dem Europäischen Parlament in Brüssel

28. Februar 2007

Zwei Monate nach Beginn der deutschen Ratspräsidentschaft ziehe ich eine Zwischenbilanz und stelle fest, dass eine klare Initiative bisher fehlt. Deutschland will Vorreiter sein in Sachen Umweltpolitik, aber der entscheidende Sprung wird - beispielsweise bei den Emissionsgrenzwerten für Autos - nicht gewagt. Auch zu den amerikanischen Plänen eines Raketenabwehrsystems in Osteuropa muss die EU unter deutscher Führung eine klare Position beziehen.